WIR WOLLEN INFORMIEREN & UNTERSTÜTZEN
Nierentransplantationen gehören zu den am häufigsten
durchgeführten Organübertragungen überhaupt. Diese Organspende kann auch von lebenden Spendern gegeben werden. Geschwister spenden dem kranken
Bruder oder der kranken Schwester eine gesunde Niere, Ehepartner ermöglichen
dem liebsten Menschen ein leistungsfähiges Leben, Eltern helfen ihren Kindern,
annähernd gesund erwachsen zu werden.
Eine Lebendnierentransplantation ist medizinisch inzwischen ein
Routineeingriff. Trotzdem ist und bleibt die Übertragung von lebenden Organen
ein großer körperlicher Eingriff, der Risiken birgt. Nicht nur auf der
körperlichen Ebene ist es ein Eingriff, der Zeit braucht, um ihn zu
verarbeiten. Auch für die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Spendern und
Empfängern ist sowohl die Zeit der Spende als auch die Zeit danach nicht leicht.
Die beiden Autoren zeigen anhand zahlreicher Gespräche mit Betroffenen, dass sich neben der medizinischen Erfolgsgeschichte einer Lebendorganspende Probleme auf den unterschiedlichsten Ebenen ergeben können. Wer spendet ein lebendes Organ? Warum treffen Personen die Entscheidung für eine Lebendspende, andere nicht? Die Biografien verdeutlichen, dass es selbst nach erfolgreicher Lebendspende häufig Wochen bis Monate braucht, bis sich Körper, Organ und Immunsuppression aufeinander eingestellt haben. Auch auf der sozialen Ebene können Probleme entstehen. So kann eine vermeintliche Verpflichtung zur Dankbarkeit die Beziehung des Empfängers und des Spenders belasten, oder aber die erfolgreiche Übertragung kann der Beginn des Loslassens zwischen Eltern und Kind sein.
Um das Bild über die Lebendnierenspende in Deutschland möglichst umfassend zu gestalten, enthält das Buch neben den Lebensgeschichten der Betroffenen zahlreiche wissenschaftliche Beiträge, die für das Verstehen einer Lebendorganspende ebenso wichtig sind. Es wird die medizinische, pflegerische, rechtliche, theologische, medizinethische und die medizinanthropologische Seite beleuchtet.
UNSER BUCH
Die Berichte der Betroffenen verdeutlichen, dass die erfolgreiche medizinische Übertragung eine Auseinandersetzung auf der körperlichen und seelischen Ebene, aber auch in der Beziehung zwischen Spender und Empfänger mit sich bringt.
Lutherisches Verlagshaus Hannover 2011, 263 Seiten, Vierfarbig, Paperback, 14,90 Euro